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ANTWORT: (Eva-Katharina Nebel, Leiterin der Werkstatt Restaurierung von Schriftgut im Fachbereich Restaurierung an der Fachhochschule Köln)
Voraussetzungen
Gefordert sind außerordentliches Interesse und Geschick für manuelle Tätigkeit, des Weiteren technisches Vorstellungsvermögen. Die Durchführung von Restaurierungen ist langwierig, man muss beharrlich bleiben, sowohl im Team als auch allein arbeiten können. Da ethische Grundsätze des Restaurators nicht selten im Widerspruch zu den Vorstellungen der Auftraggeber stehen, ist ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen nötig. Kreative Impulse müssen sich den Bedürfnissen des gealterten, zu bearbeitenden Kunstwerkes unterordnen. Der Restaurator muss interdisziplinär, vor allem mit Naturwissenschaftlern und Kunsthistorikern, zusammenarbeiten können. Für eine Verständigung sind Fremdsprachenkenntnisse, besonders Englisch, die Voraussetzung. Die Ausübung des Berufes erfordert viel Idealismus; Ausbildungsdauer und Arbeitsaufwand stehen nur selten im Verhältnis zum Verdienst.
Vorpraktikum
Die meisten Ausbildungsinstitute in Deutschland verlangen die Ableistung eines Vorpraktikums. Dieses kann in Museen, Archiven, Bibliotheken, privaten Werkstätten oder in der Denkmalpflege absolviert werden. Die Dauer des Praktikums, die verlangt wird, ist unterschiedlich, Erkundigungen müssen bei der einzelnen Schule eingeholt werden.
Eine Auflistung aller Einrichtungen ist im Restauratoren Taschenbuch zu finden, des
Weiteren in den Blättern für Berufskunde, Restaurator/in.
Wichtig ist, dass die meisten Ausbildungsinstitute ein einschlägiges Vorpraktikum verlangen, also z. B. in einer Buch- oder Graphikrestaurierungswerkstatt für die Bewerbung im Studienfach Schriftgut. Dieses Studienfach wird in Deutschland an folgenden Hochschulen angeboten: Hildesheim (Papier und Buch), Köln (Schriftgut, Graphik und Buchmalerei), Stuttgart (Graphik-, Archiv- und Bibliotheksgut).
Ausbildung
Der Bewerbung an einer Hochschule müssen praktische Arbeiten und ein Ordner mit Restaurierungsdokumentationen beigefügt werden. Vor Aufnahme des Studiums findet in der Regel eine Eingangsprüfung über die Eignung eines Bewerbers statt. Das Regelstudium dauert acht Semester, von denen das achte das Diplomsemester ist.
Berufsaussichten
Restaurierung ist kein Massenfach, die Berufsaussichten aber sind vielfältig. Diplom-Restauratoren finden ihre Aufgaben im öffentlichen Dienst oder in eigener Werkstatt. Sie arbeiten in der Restaurierungsplanung und -beratung, in der kunsttechnologischen Forschung, im Kunsthandel oder begleiten Ausstellungen und Transporte. Nicht zuletzt werden sie auch in den Ausbildungseinrichtungen gebraucht, um ihr Wissen einmal an den Nachwuchs weiterzugeben.
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