Antwort: Frage 7 

ANTWORT: (Norbert Schempp, Firma Schempp)

Generell sollten originale Einbände an historischen Geschäftsbüchern, auch in Wirtschaftsarchiven erhalten bleiben.

Da häufig jedoch von einer Einbandart zahlreiche gleiche Einbände vorliegen und die Restaurierung der Einbände häufig teurer ist als eine neue Einbanddecke, gehen wegen knapper finanzieller Ressourcen zahlreiche Wirtschaftsarchive dazu über, von jeder Einbandart zumindest ein Original zu erhalten und die anderen Bände ähnlich der Orignialvorlage neu einbinden zu lassen.

Dies scheint mir ein vertretbarer Kompromiss zu sein.

ANTWORT: (Eva-Katharina Nebel, Fachhochschule Köln)

Historische Geschäftsbücher sind immer als Unikate einzustufen. Mit
dem Argument, die Deckel seien einfach, historisch und ästhetisch nicht interessant ... wurden in der Vergangenheit z. B. mittelalterliche Koperte zerstört oder unscheinbare Sammeleinbandarten entfernt, die heute sehr wichtige Aufschlüsse über die Provenienz liefern würden, wenn man sie denn erhalten hätte.

Ästhetische Merkmale sind bei der Beurteilung von schützenswertem Kulturgut grundsätzlich zweitrangig. Was historisch interessant oder bedeutsam ist, hat - das zeigt der Lauf der Geschichte immer wieder - später oft Wertschätzung erfahren. Dafür gibt es Beispiele zuhauf. - Um auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: in jedem Fall sollte eine Beratung durch einen Restaurator erfolgen. Es gibt die Möglichkeit, abgefallene Deckel z. B. durch die Technik des Board Slotting kostengünstig wieder zu befestigen. Für besonders nachgefragte Bücher sollte man eine Mikroverfilmung überlegen, um das wertvolle Original zu schonen.

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